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Teilhabe und Integration Foto: SPD Lüneburg
Teilhabe und Integration

24. April 2017: Gleichwertige Lebensverhältnisse für Alle schaffen

Menschen mit Behinderungen in Gesellschaft und Arbeitsleben zu integrieren und gleichwertige Lebensbedingungen zu schaffen ist das Ziel von Verena Bentele, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Mit der Bundestagsabgeordneten Hiltrud Lotze war sie nun in Lüneburg.

Bei einem Fachgespräch tauschten sich beide mit Vertretern von Behindertenverbänden, sozialen Diensten, Behindertenbeiräten, der Verwaltung von Hansestadt und Landkreis Lüneburg sowie der Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers aus. Auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger waren zu dem Gespräch gekommen. Einige von ihnen haben selbst ein Handicap oder haben Verwandte mit Behinderungen. Sie berichteten von Problemen im Alltag und von Barrieren, die Nicht-Betroffene oft nur schwer erkennen. Um das Verständnis füreinander zu schärfen, sollten Verwaltungsmitarbeiter kurze Praktika in Behinderteneinrichtungen machen oder einmal selbst mit dem Rollstuhl durch die Stadt fahren, sagte eine Zuhörerin. Ein Vorschlag, der vom anwesenden Sozialdezernenten des Landkreis Lüneburg, Martin Wiese, positiv aufgenommen wurde.

Verena Bentele kennt die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen aus eigener Erfahrung. Für sie ist das Thema Teilhabe entscheidend. Das beginnt schon in der Schule. „Wenn wir Menschen mit Behinderungen in den normalen Arbeitsmarkt integrieren wollen, müssen wir schon in Kita und Schule anfangen. Nur wer sich kennt, hat Verständnis füreinander und nur wenn unsere Kinder schon zusammen spielen und lernen, ist Inklusion im Erwachsenenalter normal für sie“, so die Behindertenbeauftragte.

Ein gutes Beispiel dafür ist der integrative Kindergarten Campino in Lüneburg. 32 Kinder spielen und lernen in zwei Gruppen, viele von ihnen haben einen erhöhten Förderbedarf oder eine Behinderung. Bei einem Besuch bei Campino überzeugten sich Verena Bentele und Hiltrud Lotze von den vielen Angeboten der Kita, die zum Beispiel auch Logopädiestunden anbietet. „Im Gespräch mit der Kitaleitung haben wir erfahren, dass eine große Nachfrage nach den Kitaplätzen besteht und nicht alle Kinder aufgenommen werden konnten. Es gibt also auch in Lüneburg weiteren Bedarf an integrativen Einrichtungen, das ist eine wichtige Anregung, die ich aus der heutigen Veranstaltung mitnehme. Gerade im Fachgespräch wurde aber auch klar: Inklusion ist gut, muss aber auch unter guten Rahmenbedingungen stattfinden. Dafür brauchen wir das nötige Geld und politischen Willen, Voraussetzungen die Lüneburg hat, bei denen der Bund aber noch nachlegen muss“.

Mehr Informationen zu Aufgaben und Rolle der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen finden Sie hier: http://www.behindertenbeauftragte.de/.

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