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Grundwassermessstelle Foto: SPD Gellersen
Grundwassermessstelle

17. Juli 2020: Grundwasser ist Gemeingut!

Bohrungen in Reppenstedt für Coca-Cola. Die SPD Gellersen ist klar dagegen!

Grundwasser darf nicht kommerzialisiert werden!

Am 27. Juni hat die LZ ausführlich darüber berichtet, dass der Landkreis Lüneburg die testweise Förderung von ursprünglich reinem Grundwasser durch einen dritten Vio-Brunnen erlaubt hat. Die Coca-cola-Tochter Apollinaris Brands hat damit die Möglichkeit bekommen, einen großangelegten Pumpversuch in der Reppenstedter Gemarkung bei Gut Brockwinkel durchzuführen und in diesem Zusammenhang 118000 Kubikmeter oder 118 Millionen Liter über einen Zeitraum von bis 70 Tagen zu fördern, bis zum nördlichen Ortsrand von Reppenstedt zu leiten und dort in den Bach " Kranker Hinrich" fließen zu lassen.

Oder wie die LZ es so treffend beschreibt: "Also gehen dann die maximal 118 Millionen Liter Tiefengrundwasser ungenützt den Bach runter". Die diversen Gegner dieser Maßnahme haben schon vor drei Jahren deutlich klargestellt, dass unser Grundwasser nicht für kommerzielle Zwecke eines Großkonzerns verwendet werden sollte. Jetzt hat die #FDP -Ratsfrau Anikò Hauch die Gelegenheit genutzt, sich selbst in einem Leserbrief als Vorkämpferin gegen die Bohrung darzustellen. So quasi als weiblicher Robin Hood des Grundwassers im vergeblichen Kampf gegen den Rest des Reppenstedter Gemeinderates. Laut Leserbrief wurde sie im o.g. Zusammenhang im Gemeinderat überstimmt. Zwar wird Frau Hauch des Öfteren mal überstimmt, aber im Zusammenhang mit der Probebohrung ist diese Behauptung entweder einer diffusen Gedächtnisleistung oder aber einer ziemlich infamen Diffamierungsabsicht der restlichen Ratskolleginnen und - kollegen geschuldet. Hiermit stellt die SPD-Fraktion im Gemeinderat Reppenstedt folgendes fest: Im August 2018 wurden in einer vertraulichen Sitzung sehr ausführlich die Überlegungen von Coca-Cola bezüglich einer angedachte Brunnenbohrung in der Gemarkung Reppenstedt zur Kenntnis gegeben. Wir als Ratsmitglieder waren damals durch die Debatte in Vögelsen schon quasi ein Stück weit sensibilisiert. Erst im April 2019 haben wir uns inhaltlich wieder mit der Thematik befassen müssen und zwar im Rahmen einer Stellungnahme zum Bauantrag für die Errichtung einer sog. " Brunnenstube". Nach intensiver Diskussion war ganz klar, dass das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag der Apollinaris Brands GmbH ohne Gegenstimme versagt wird. Da die Gemeinde aber leider nicht Herrin des o.g. Verfahrens ist, war uns bewusst, dass wir zwar möglicherweise Leidtragende sind, aber nicht die entscheidende Größe darstellen. Unsere Verwaltung prüft aktuell weiterhin jede rechtliche Möglichkeit, um die Grundwasserentnahme zu verhindern. Und dabei hat sie die volle Rückendeckung des Reppenstedter Gemeinderates ohne wenn und aber. Sicher kann man die Ängste von Frau Hauch ein Stück weit verstehen. Da sie in der unmittelbaren Nähe zum "Kranken Hinrich " wohnt, liegt die Befürchtung nahe, dass das eigene Eigentum Schaden durch die massive Bohrwassereinleitung nehmen könnte. Das muss in jedem Fall vermieden werden.Allein diese Angst darf aber nicht dazuführen, die einhellige Meinung im Rat zur Bohrung zu verleugnen und falsche Behauptungen in die Welt zu setzen. Frau Hauch hatte im Übrigen in der letzten Gemeinderatssitzung am 15.07. die Möglichkeit, sich zu korrigieren, indem sie sich erklärt. Sie hat die Gelegenheit leider nicht genutzt, sondern den Rat erneut angegriffen und des Nichtstuns in der Grundwasserproblematik beschuldigt. Und dabei wissend, dass die gemeindlichen Widerspruchsmöglichkeiten - wie mehrmals ausgeführt- in der Bohrproblematik äußerst beschränkt, aber voll ausgeschöpft sind. Die SPD-Fraktion verwahrt sich deshalb gegen den leicht zu durchschauenden Versuch von Frau Hauch, irgendwie aus der Thematik einen besonderen politischen Profit für sich heraus zu holen. Der Widerstand gegen die Wasserentnahme zu kommerziellen Zwecken muss in Reppenstedt (und auch anderswo) geschlossen sein. Nur dann hat er gegebenenfalls Aussicht auf Erfolg und deshalb wäre es wünschenswert, wenn Frau Hauch von der FDP nicht spaltet, sondern gemeinsam mit uns agiert.

Christian Purps Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat Reppenstedt

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