Zum Inhalt springen
Foto: SPD Lüneburg

3. August 2016: Muttersprache und Heimatgefühl

Schlagwörter
Viele ältere Lüneburger sind mit plattdeutsch aufgewachsen. Heute sprechen es immer weniger Menschen. Wie man das plattdeutsche dennoch erhalten kann und warum das überhaupt wichtig ist, darüber sprach die SPD Lüneburg im Bergström.

„Plattdüütsch is mien Moderspraak. Wenn ik een Platt snacken hör, denn is dat Musik in mien Ohren“, sagt Günther Wagener, Plattdeutschbeauftragter des Landkreises Lüneburg. Die SPD Lüneburg hatte ihn eingeladen, um gemeinsam mit Johanne Modder, SPD-Fraktionsvorsitzende im niedersächsischen Landtag, Ekhard Ninnemann, Autor von Schulbüchern und plattdeutschen Kinderbüchern und Heiko Frese von Lüneplatt e.V. über das Plattdeutsche zu sprechen – selbstverständlich in Platt.

Auch die Zuschauer beteiligten sich rege an der Diskussion. Dabei wurde deutlich, wie viele unterschiedliche Dialekte es auch im Plattdeutschen gibt. Johanne Modder kommt aus Ostfriesland. „Ik proot anners Platt as de hier in Lüümborg. Ik verbinn daarmit Heimat un Identität. Dat wunnerbaarste an de Spraak is, dat se so van Harten kummt“, sagt die SPD Politikerin.

Gerade in unbeständigen Zeiten wie dieser sei es wichtig, Kulturgüter wie das plattdeutsche zu bewahren, darin waren sich Podium und Zuschauer einig. Doch dafür braucht es Maßnahmen. In Kitas und Schulen solle viel mehr platt geschnackt werden, sagt Heiko Frese. Er setze sich auch dafür ein, dass in Stadt und Verwaltung Formulare zusätzlich in plattdeutsch angeboten werden. Wichtig ist ihm, dass dieses Anliegen ernst genommen wird. „Ik wünsch mi solke Akschonen nich blots to´n 1. April“, sagt er. Von Ekhard Ninnemann wurde die drohende Einstellung der Finanzierung für das Institut für niederdeutsche Sprache angesprochen. Die Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers und Hanne Modder versprachen, sich für eine gute Regelung stark zu machen.

Für viele Menschen, die mit Platt aufgewachsen sind, gewinnt ihre Muttersprache am Ende des Lebens wieder an Bedeutung. Eine Zuschauerin berichtet von einem 100-jährigen, den sie über den Lüneburger Hospiz Verein betreue. Der Mann könne sich nur noch wenig merken. Aver he kennt se, wieldat se de is, de ümmer wedder Plattdüütsch snackt.

Plattdeutsch heute und in Zukunft Foto: Brigitte Mertz
v.l.: Andrea Schröder-Ehlers MdL, Ekhard Ninnemann, Hanne Modder MdL, Günther Wagener, Heiko Freese
Plattdeutsch Talkrunde Foto: Brigitte Mertz
Talkrunde zum Thema PLATTDEUTSCH HEUTE UND IN ZUKUNFT? - natürlich auf platt.

Vorherige Meldung: Wandel selbst bestimmen

Nächste Meldung: Informationsbesuch bei der Firma Manzke

Alle Meldungen